stela Laxhuber GmbH
Vom Mais bis zum Klärschlamm: Von Massing aus wird rund um die Welt getrocknet

Vom Mais bis zum Klärschlamm: Von Massing aus wird rund um die Welt getrocknet

Die 1922 gegründete STELA Laxhuber in Niederbayern ist Weltmarktführer für Agrar- und Industrietrocknungsanlagen - Die bislang größte gelieferte Anlage ist in Neuseeland in Betrieb gegangen


Massing in Niederbayern hat etwas mehr als 4000 Einwohner, ein Bauernhofmuseum, einen Dartclub, idyllische Rad- und Wanderwege - und einen Weltmarktführer. 1922 gründete Stefan Laxhuber hier die heutige STELA Laxhuber GmbH, das Unternehmen beliefert Kunden rund um den Globus mit Trocknungsanlagen.

Getrocknet wird immer und fast überall. Trockene Holzhackschnitzel zum Beispiel erzielen beim Heizen natürlich eine bessere Leistung, als wenn sie noch Wasser enthalten würden. Klärschlamm lässt sich wirtschaftlicher entsorgen, wenn er zuvor Feuchtigkeit und damit Volumen und Gewicht verloren hat. Cornflakes müssen trocken-knusprig aus der Packung kommen, Mais und Getreide wird die Feuchtigkeit entzogen, um beides länger haltbar zu machen - rund 42 Millionen Tonnen Getreide allein werden jährlich mit STELA-Anlagen getrocknet. „In unserem Werk in Massing produzieren wir jedes Jahr durchschnittlich 120 Trocknungsanlagen für unsere Kunden weltweit“, sagt Marketingleiterin Julia Fuchs. Ob im nahen Schweden oder im weiten Chile - in über 60 Ländern rund um den Globus sind heute etwa 4000 Agrar- und Industrietrocknungsanlagen aus Niederbayern im Einsatz.

Diesen Erfolg hätten sich die Firmengründer Stefan Laxhuber und Josef Ackermann wohl nicht träumen lassen, als sie vor 96 Jahren in den Nebengebäuden einer Gaststätte eine kleine Werkstatt für Windturbinen für die Wasser- und Stromversorgung von Bauernhöfen eröffneten. Nachdem Ackermann aus dem gemeinsamen Unternehmen ausgestiegen war, spezialisierten sich Stefan Laxhuber und seine Frau Juliane auf Landmaschinentechnik und den Handel mit Landmaschinen. 1967 wurde die erste Trocknungsanlage für Getreide und Mais gebaut - ein in Bauweise und Funktion noch heute aktueller Flachtrockner. „Damals veränderte sich das Unternehmen, man beschäftigte sich zunehmend mit der Herstellung eigener Produkte“, sagt Thomas Laxhuber, der das Unternehmen in dritter Generation führt.

Thomas Laxhubers Vater, der wie der Gründer ebenfalls Stefan hieß, fokussierte sich ab 1972 auf die Trocknungstechnik und bewies damit unternehmerischen Weitblick: Bereits 24 Jahre später lieferte das Unternehmen den 2000. landwirtschaftlichen Trockner aus. STELA begann für weitere Branchen Lösungen zu entwickeln, baute unter anderem 2004 die weltweit erste Maistrocknungsanlage mit Hackschnitzelbefeuerung und ab 2005 Trocknungsanlagen, die ihre Aufgabe energiesparend mit Hilfe von Abwärme aus Biogasanlagen erfüllen. Nicht nur in Deutschland interessierte sich die Kundschaft inzwischen für den innovativen Hersteller aus dem kleinen Massing. Die 2009 größte jemals gebaute Trocknungsanlage hatte auch gleich den weitesten Lieferweg: Die Order erfolgte aus dem über 18 000 Kilometer entfernten Neuseeland.

42 Millionen Tonnen Getreide werden jedes Jahr in den Anlagen von STELA Laxhuber getrocknet.

Aber wie werden Erbsen, Kakao, Frühstückscerealien, Sägespäne, Tierfutter oder Kohle getrocknet? „Das Prinzip ist immer dasselbe“, erläutert Thomas Laxhuber. In der Anlage wird das Schüttgut auf einem Band transportiert. Wie aus einem gigantischen Fön strömt Warmluft von oben herab, die Feuchtigkeit wird entzogen und an die Luft abgegeben. An einer sogenannten Wendekehre wird das Produkt gewendet, damit auch die andere Seite mit der warmen Luft behandelt werden kann. „So ist eine rundum gleichmäßige Trocknung gewährleistet“, sagt Julia Fuchs.

STELA Laxhuber beliefert Kunden aus der Agrar- und Landwirtschaft, aus der Holzwerkstoffindustrie, der Lebensmittel- und Futterindustrie, der Zellstoff- und Papierindustrie, der Pelletindustrie, der Zementindustrie, der Erzeuger- und Entsorgungsindustrie und der Wasserwirtschaft. Vom ersten Kundengespräch bis zur Inbetriebnahme vergehen in der Regel zwischen 20 und 60 Wochen - je nach Größe der Anlage oder den individuellen Anforderungen. Über die STELA Steuerungstechnik GmbH erhält der Kunde zudem den kompletten Schaltanlagenbau aus einer Hand.

„Im Schnitt benötigen unsere Mitarbeiter 17 bis 18 Wochen für die Konstruktion, durchschnittlich acht Wochen sind für die Fertigung veranschlagt. Die Montage beim Kunden vor Ort dauert in den meisten Fällen vier bis sechs Wochen, bei besonders großen Anlagen haben wir aber auch schon bis zu 20 Wochen benötigt“, informiert Thomas Laxhuber. Die bisher größte Einzelanlage, eine Trocknung für Eukalyptusrinde, war 70 Meter lang, 12 Meter breit und 10 Meter hoch. Ein neuer Trockner ist ab 50 000 Euro erhältlich, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.

Warme Luft bläst feuchtes Material trocken. Kann man diesen im Grunde simplen Prozess eigentlich noch verbessern? Man kann! „Es sind weltweit immer noch viele veraltete Trocknungssysteme im Einsatz“, sagt Laxhuber. Und die haben alle ein entscheidendes Manko: Sie verbrauchen viel zu viel Energie, bis zu zwei Kilowattstunden pro verdampftes Kilo Wasser. „Die meisten unserer Systeme kommen mit weniger als einer Kilowattstunde aus“, so der Geschäftsführer. Zudem werden bei herkömmlichen Maschinen bis zu 40 Millionen Kubikmeter Luft pro Stunde mit Temperaturen von bis zu 100 Grad ungenutzt in die Luft geblasen. „Unser Ansatz ist es, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, um möglichst viel Wasser zu verdampfen“, bekräftigt Laxhuber. Erst 2017 ist es STELA Laxhuber mit dem patentierten stela RecuDry-Nachrüst-System gelungen, Einsparungen um bis zu 55 Prozent bei Altanlagen zu erzielen.

Zudem setzen die Niederbayern auf schonendes Trocknen. Thomas Laxhuber: „Wir ermitteln die für das jeweilige Produkt ideale Trocknungstemperatur, um ein qualitativ hochwertiges Endprodukt gewährleisten zu können.“

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Quelle:
ZITEC News vom 26.02.2019, Ausgabe 1/2019
 


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