Herstellung von Brennstoff aus Abfällen in der Zementindustrie

Um genügend Energie für die Zementproduktion zu gewinnen, werden Abfälle in Zementwerken häufig zur Verbrennung und Beheizung von Anlagen verwendet. Auf diese Weise können Abfälle als thermische Energie genutzt werden. Die Firma FCC Medio Ambiente war für das Zementwerk in Alicante der ideale Ansprechpartner, wenn es um die Beschaffung von Brennstoffen für die Zementproduktion ging.

FCC Medio Ambiente ist das Unternehmen der FCC-Gruppe, das seit mehr als 110 Jahren Umweltdienstleistungen anbietet. Es dient 66 Millionen Menschen in mehr als 5.000 Gemeinden weltweit. Es verwaltet jährlich mehr als 23,5 Millionen Tonnen durch ein Netzwerk, das mehr als 200 Umweltrückgewinnungs- und Recyclingkomplexe umfasst.

Um die benötigten Abfälle, in diesem Fall Kunststoffabfallpartikel mit einer maximalen Größe von 50 Millimetern (RDF), optimal für die Verbrennung im Zementwerk Alicante aufzubereiten, muss ihnen Feuchtigkeit entzogen werden. Dazu wandte sich FCC Medio Ambiente im Juni 2020 an den führenden bayerischen Hersteller von Trocknungsanlagen, Stela Drying Technology.

Der Kontakt zu Estela wurde im Jahr 2020 über R & B Recycling und Biomasseanlagen hergestellt. R&B ist Spezialist für Maschinen und Anlagen für Recycling und Biomasse. Nach den vor einigen Jahren geführten Gesprächen zwischen FCC Medio Ambiente und R&B über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit war dies eine wunderbare Gelegenheit, den Kontakt wieder aufzunehmen. Mit Stela Drying Technologie als Spezialist für die Niedertemperaturtrocknung von Schüttgütern und Biomasse hat R&B den idealen Partner an der Hand, um die Anforderungen von FCC Medio Ambiente zu erfüllen. Das Familienunternehmen Stela feiert 2022 sein 100-jähriges Bestehen und ist seit mehreren Jahrzehnten auf die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Bahntrocknungsanlagen spezialisiert. Dank der vor einigen Jahren neu errichteten Produktionsstätte in Niederbayern können die meisten Komponenten für die Trocknungsanlagen im eigenen Haus konstruiert und gefertigt werden.

Gemeinsam mit FCC Medio Ambiente entwickelten die erfahrenen Ingenieure von stela Drying Technology eine individuell auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnittene Bandtrocknungsanlage. Aufgrund der Aggressivität des Abfalls und der schwierigen Bedingungen vor Ort mussten bei der Konstruktion und Materialwahl des Trockners einige Besonderheiten berücksichtigt werden.

Das gesamte System ist aus Edelstahl gefertigt, um Korrosion durch das zu trocknende Material und salzhaltige Luft in Küstennähe zu vermeiden und eine lange Lebensdauer des Trocknungssystems zu ermöglichen.
Bei der Ermittlung der erforderlichen Kapazität und Trocknungsleistung müssen auch regionale Rahmenbedingungen wie hohe Umgebungstemperatur in Spanien und Luftfeuchtigkeit berücksichtigt werden.
Schließlich wird in Alicante ein Trockner BTL 1 / 3000-18 mit einer Breite von drei Metern und einer aktiven Länge von 18 Metern installiert. Bei einem Input von 5,5 Tonnen RDF pro Stunde erhält FCC Medio Ambiente eine Produktion von 3,7 Tonnen Trockenmaterial pro Stunde. Dies entspricht einer Wasserverdampfungsleistung von 1,8 Tonnen pro Stunde.

Zur Beheizung der Anlage wird reines Wasser verwendet, das bei einem Energiebedarf von ca. 2 MW über fünf Wärmetauscher die notwendige Wärme bereitstellt.

Eine weitere Herausforderung für EBS-Trocknungssysteme sind Geruchsemissionen. Durch Erhitzen und Lüften des Trocknungsgutes kann ein unangenehmer Geruch entstehen, der ohne entsprechende Vorkehrungen an die Umwelt abgegeben wird. In Zusammenarbeit mit FCC Medio Ambiente hat Stela hierfür eine Schnittstelle entwickelt, die die Abluft aus dem Trocknungsprozess an ein vorhandenes Rohrsystem von FCC Medio Ambiente leitet, das mit einem Biofilter ausgestattet ist und die Sauberkeit der eingesetzten Luft garantiert. Dadurch werden Geruchsemissionen in die Umwelt auf ein Minimum reduziert. Der Trockner ist mit einem Drehmechanismus ausgestattet, der durch die regelmäßige Bewegung der Kunststoffpartikel eine gleichmäßige Trocknung gewährleistet. Außerdem verfügt er über eine Löscheinrichtung und ein automatisches Bahnreinigungssystem.
Nach Abschluss der Systeminstallation im Juli 2021 erfolgt in den anschließenden Wochen die Elektroinstallation und die endgültige Inbetriebnahme der Trocknungsanlage.

Originalbericht: https://www.retema.es/revistas/julio-agosto-Otuce ab Seite 88